Von der kaiserlichen Armeeführung wurde eine einheitliche Ausrüstung für die Jäger vorgeschrieben.

Da jedoch im Felde oft Verluste an Material zu beklagen waren, wurden auch vom Feind zurückgelassene Gegenstände weiterbenutzt oder auch an neu aufgestellte Regimenter ausgegeben.

 

Die aufgezeigte Ausrüstung entspricht hier also eher dem Idealzustand.

 

 

Der Kiwer wurde nach einem Dekret der russischen Militärführung aus dem Jahre 1812 eingeführt. Es war ein neuer Tschako-Typ . Er hatte im Gegensatz zum Vorgängermodell eine markante konkave Form.

Mit seiner Sattelform war er eines der Erkennungsmerkmale der russischen Soldaten. Die Jäger trugen eine einflammige Granate an der Kopfbedeckung.

Die Farbe des Pompoms der gemeinen Jäger (weiß mit grünem Rand = 2. Bataillon) gab Auskunft über die Zugehörigkeit zum jeweiligen Bataillon. Höhere Dienstränge trugen abweichende Farbgebungen.

Behänge waren weiß für Soldaten, weiß mit orange und eingewebten schwarzen Fäden für Unteroffiziere, weiß mit silber eingewebten Fäden für Offiziere.

Dazu wurde ein Kinnriemen mit messingfarbenen Schuppen getragen.

 

Neben dem Tschako / Kiwer gab es auch Lagermützen. Für die Jäger wurden sie aus grünem Tuch mit einer roten Paspelierung gefertigt. Sie hatten die Mützenform der russischen Marinesoldaten zum Vorbild.

Nach dem Jahr 1808 erhielten die Jäger die bei der Infanterie üblichen Patronentaschen. Die Jäger hatten schwarze Bandeliers, die Grenadiere weiße.

Auf der Außenseite der Patronentasche wurde nach 1812 die Regimentsnummer des Jägerregiments getragen, Grenadiere erkannte man an der dreiflammigen Granate auf der Tasche.

Neben den normalen Patronen mit einer Kugel wurden jedem Jäger auch 5-10 Patronen mit mehreren Kugeln oder Metallstücken (eine Art Schrot) gegeben. Diese sollten im Häuserkampf oder in waldigen Gebieten ihren Einsatz finden.Bei Feind-Übermacht sollten sie größeren Schaden auf naher Distanz bewirken.

Ein weiteres markantes Zeichen der russischen Soldaten war ihr Tornister mit aufgesetzter Flasche. Er wurde aus schwarzem Rindsleder genäht. Die Trageriemen und die restlichen Bandeliers der Jäger waren schwarz.

Er sollte Folgendes enthalten:

- Sommer-oder Winterhose                           - 12 Feuersteine                         

- Ersatzhemd                                                   - Näh-und Putzzeug

- Zwieback für 3 Tage                                      - Besteck und Geschirr

- einen Ersatzschuh                                       - Ersatzmunition

 

Persönliche Sachen wurden dem gemeinen Soldaten nicht gestattet.

 

 

Das Wichtigste für den russischen Soldaten war sein Mantel.

Er wurde aus Filz gefertigt.

 

Da es keine Decken in der Ausrüstung gab, war der Mantel die einzige Möglichkeit, sich warm zu halten und regenfest zu machen.

 

Er wurde mit 6 Knöpfen verschlossen und hinten mit einem Spiegel zusammengehalten. 

 

Im Sommer wurde er zusammengerollt, mit einem Lederband gebunden und über der linken Schulter unter dem Tornister getragen.

 

Im Winter waren Schal und Handschuhe eine zusätzliche Ausrüstung.

Die Jäger zu Fuß besaßen zwei Arten von Hosen.

Eine für den Winter und eine für den Sommer

Die Winterhose wurde aus dunkelgrünem, warmen Tuch gefertigt mit einer roten Paspelierung an den Seitennähten. Dazu wurden schwarze Gamaschen und Schuhe getragen.

Die Sommerhose wurde aus weißem Leinen hergestellt. In ihren Schnitt wurden die Gamaschen integriert. Sie erhielten einen Schnabel, der die Schuhoberseite bedeckte. Der Wadenbereich wurde deshalb mit Knöpfen versehen.

Der Rockschnitt wurde ab 1812 für alle Infanterieeinheiten vereinheitlicht.

Die Jäger trugen einen Uniformrock aus dunkelgrünem Tuch. Er wurde durch 2 Reihen zu je 6 Messingknöpfen verschlossen. Der Kragen, die Ärmelaufschläge und die Rockstöße behielten ihre dunkelgrüne Farbgebung. Sie wurden mit einer roten Paspelierung ausgestattet. Der Stil richtete sich nach französischem Modebewußtsein.

Trotz der vorhandenen Anweisungen zu Schnitt und Farbgebung kam es zu unterschiedlichen Ausführungen in den Regimentern. Jedes Regiment besaß eigene Schneider und es wurden verschiedene Stoffe und Färbemittel verwandt.

Es kam also vor, dass die Farbpalette von Schwarzgrün bis zu hellem Lichtgrün reichte.

Die Schulterklappen auf Rock und Mantel gaben Auskunft über die zugehörige Division. Es wurde die entsprechende Zahl mit rotem Garn aufgestickt.

Die Direktive zur Farbgebung lautete folgendermaßen:

12. April 1812: 1st, 2nd, 3rd, 4th, 5th, 6th, 7th, 8th, 9th, 10th, 11th, 13th, 16th, 18th, 19th, 20th, 23th, 25th, 27th, 28th, 29th, 30th, 31th und 49th Jägerregimenter sind die altgedienten Regimenter. Sie sind an den gelben Schulterklappen zu erkennen.

Die restlichen Jägerregimenter bekommen hellblaue Schulterklappen.

Die Schuhe der russischen Soldaten wurden aus schwarzem Leder gefertigt.

Sie wurden über einen einzigen Leisten geschlagen. Deshalb konnten sie am linken wie auch am rechten Fuß getragen werden.

Dies sorgte dafür, dass sie gleichmäßiger abgelaufen werden konnten.

Die Sohlen wurden benagelt. Waren die eigenen Schuhe nicht mehr nutzbar, musste  sich der Soldat Brauchbare von gefallenen Kameraden und Gegnern aneignen.

Zu den Schuhen wurden schwarze Ledergamaschen getragen.